„Los geht’s“ – das Greifswalder Sorgentelefon geht an den Start!

Jetzt ist es also soweit. In Greifswald ist man auf den fahrenden Zug aufgesprungen und versucht sich an einem Sorgentelefon für ausstiegswillige Studierende. Die Kollegen… sorry… KollegInnen aus Göttingen haben ja damit große mediale Erfolge erzielen können. Dass die sachdienliche Qualität der Beratung eher im Untergrund kratzt, sei aber ebenso zur Kenntnis gegeben.

Immerhin hat man ja die Hoffnung (er)tragen können, die Damen und Herren aus Greifswald hätten aus den Göttinger Mängeln gelernt und einiges besser gemacht. Aber meist sind auch Cover-Songs schlechter als das Original und Kopien im Vergleich zum Ursprungsdokument doch verschwommen. So verhält es sich dann offenbar auch mit der Sorgentelefon-Kopie aus dem Norden Deutschlands.

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Göttingen: Des Monsters trübe Augen

Aus Göttingen gibt es wieder einmal etwas Neues: Korporierte aus den meisten vor Ort vertretenen Dachverbänden und auch aus freien Bünden haben sich zu einer Initiative Göttinger Verbindungsstudenten (IGV) zusammengeschlossen. Ziel dieser Initiative ist es, das öffentliche Bild des Verbindungswesens gerade zu rücken und gegen die seit Jahren unreflektiert dahingedroschenen Vorurteile von Verbindungsgegnern vorzugehen.

Alleine schon die Existenz einer solchen Vereinigung stößt so manchem selbsterklärten Feind sauer auf. Offenbar hat man die Befürchtung, man müsste sich künftig tatsächlich sachlich mit dem Thema auseinandersetzen, das Zepter der öffentlichen „Diskussion“ unter Umständen sogar abgeben. Zumindest ist das mein Eindruck, wenn ich den Artikel Die Buxen-Einheitsfront der „Monsters of Göttingen“ lese.

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Willkommen Erstsemester! – Auf der Suche nach einer Studentenverbindung?

Liebe Erstsemester,

auf diesen Blog stößt man in aller Regel dann, wenn man irgendeinen Bezug zum Verbindungswesen hat. So gehe ich davon aus, dass Ihr entweder einen der Burschireader bekommen habt, der an manchen Hochschulen von den örtlichen AStAs verteilt wird, oder Ihr Euch einfach mit dem Gedanken tragt, evtl. einer Verbindung beizutreten.

Das Verbindungswesen in Deutschland ist in der Tat mit allerlei Vorurteilen belegt, welche – teils wortgleich – seit Jahrzehnten geschürt werden. So gelten Verbindungen im Allgemeinen als rechtsextrem, undemokratische  Saufvereine, frauen- und ausländerfeindlich etc pp. Der Wahrheitsgehalt solcherlei Behautptungen ist denkbar gering. Untermauert werden sie in der Regel mit vereinzelten, in sich geschlossenen Vorkommnissen der vergangenen zwei Jahrzehnte, die weder zeitgerecht sind, noch für das Verbindungswesen generell sprechen können.

In Deutschland gibt es rund 1.400 studentische Verbindungen, mit weit über 100.000 Alten Herren und Studierende. Die einzelnen Bünde, bzw. ihr Erscheinungsbild, wird vor allem über deren Mitglieder getragen. Bei sechsstelligen Mitgliederzahlen kann man nicht ernsthaft einen vorverurteilbaren Einheitsbrei erwarten. Jede Verbindung ist anders: die eine ist vielleicht etwas konservativer, der andere eher lockerer. Manche schlagen Mensuren, andere tun dies auf freiwilliger Basis oder lehnen sie gänzlich ab. Dann gibt es Verbindungen, die sehr religiös verwurzelt sind, anderen sind Politik und Religion vollkommen egal. Und selbst Damen haben mehr und mehr die Möglichkeit, sich im Verbindungswesen einzubringen, sei es in der wachsenden Zahl an Damenbünden, die derzeit bundesweit entstehen oder in Verbindungen, die sich auch für Frauen geöffnet haben und öffnen werden.

Ich glaube, dass es prinzipiell für jeden die richtige Verbindung geben kann, in der man sich wohl fühlt. Wenn man sich zumindest mit dem Gedanken an einen Verbindung anfreunden kann, dann empfehle ich persönlich, verschiedene Bünde und deren Kneipen unverbindlich zu besuchen. Insbesondere nach der Lektüre eines Burschireaders o.ä. wird man schnell feststellen, dass das „Erlebnis“ Studentenverbindung in eben diesen eigentlich nirgendwo auch nur annähernd beschrieben wird.

Und wenn man nach dem einen oder anderen Besuch vielleicht doch der Meinung ist, dass das Verbindungswesen nicht wirklich zu einem passt, dann ist das auch vollkommen in Ordnung. Ich würde mich allerdings freuen, wenn man den vielen, in aller Regel haltlosen, Hetzschriften von vorn herein nicht allzu viel Glauben schenken würde.

Ich wünsche ein gutes Gelingen im Studium und ggf viel Glück bei der Verbindungssuche!

Der Burschireader

Enge Bande – eine neue Rezension für die antifaschistische Sicht

Die Semesterferien waren ja hinsichtlich der Veröffentlichung verbindungskritischer Texte bislang extrem ruhig. Ich hätte gerade in diesem Jahr eigentlich anderes erwartet. Allerdings scheinen sich aber die Rezensionen zum Buch der ausgewiesenen Verbindungsexperten Krebs und Kronauer „Studentenverbindungen in Deutschland – Ein kritischer Überblick aus antifaschistischer Sicht“ im Augenblick eine starke Vermehrung zu erleben. Diesmal hat sich eine Dame dem Buch angenommen, um es dem gemeinen Volk anzupreisen. Einige Highlights ihrer Rezension „Enge Bande“

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Ziviler Ungehorsam – von pauschalen Vorurteilen und pauschalen Rechtfertigungen

Dass einem das Wort gerne im Mund verdreht wird, das ist man als Korporierter ja irgendwie gewohnt. Dass sich aber nun die Kritiker selbst ihre Aussagen so zurechtlegen, wie sie es gerade brauchen, ist zwar auch nicht neu, aber zumindest ungewöhnlich – insbesondere dann, wenn es sich dabei um Bundestagsabgeordnete handelt.

Nicole Gohlke, ihres Zeichens Mitglied der Bundestagsfraktion DIE LINKE und Mitverfasserin einer kleinen Anfrage mit dem Titel „Rassismus und rechtsextreme Tendenzen in der Deutschen Burschenschaft„, kommentiert die Antwort der Bundesregierung eben darauf – und verzettelt sich dabei.

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campus:grün Köln: Von Sonderlingen, Rassisten und der Frage, die eigentlich keine ist

Nach Eisenach sahen sich viele Verbindungskritiker in ihrer Auffassung zum Verbindungswesen bestätigt. Unglaublich viel wurde gepostet, publiziert, aufgewärmt. Der „Ariernachweis“ galt für einige lediglich als der Beweis für das, was sie eh schon wussten und so ergab sich eine wunderbare Gelegenheit, bestehende Vorurteile zu bekräftigen (so fach-falsch sie auch sein mögen) und Altes wieder anzuheizen. campus:grün in Köln fragt sich bspw. auf ihrer Webseite „Burschenschafter – Harmlose Sonderlinge oder gefährliche Rassisten?„. Dass die Frage keine wirkliche ist, ist geschenkt.

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Nichgeburtstag – Eine leider gängige Vorstellung vom Verbindungswesen

Den meisten unserer Landsleute sind Studentenverbindungen recht egal. Man nimmt sie zur Kenntnis und lässt sie ziehen. Diejenigen, die sich aber zum Verbindungswesen doch eine Meinung bilden, tun dies nicht selten aufgrund von Halbwissen und Vorurteilen, welches man an verschiedenen Ecken aufgesammelt hat. Oftmals kommt dann so etwas heraus wie bei dem Blog Nichgeburtstag, der von zwei Kölner Journalistik-Studentinnen betrieben wird.

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Die Nachwehen des Bismarck-Kommers

Wir haben in Deutschland zurecht eine Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit. Beide sind mitunter die wichtigsten Güter eines freien Landes und einer Staatsform, die sich auch nur im Entferntesten demokratisch nennen will. Auf der anderen Seite frage ich mich aber, warum Menschen auf die Straßen gehen und demonstrieren, wenn sie vom eigentlich kritisierten Gegenstand offensichtlich keine Ahnung haben.

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Gewalt gegen Korporationen und der Versuch der Rechtfertigung dafür

Ende Januar hat der Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) eine statistische Erhebung zur Gewalt gegen Verbindungen im Jahr 2010 veröffentlicht. Rund 120 Straftaten gegen Korporationen in Deutschland und Österreich wurden en Detail beschrieben und aufgeführt. Die Straftatbestände reichten von Sachbeschädigungen über Brandanschläge bis hin zu körperlicher Gewalt. Zu den Urhebern heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung:

„Die meisten Straftaten wurden von Linksextremisten bzw.  selbsternannten „Antifaschisten“ verübt. Oftmals gab es Bekennerschriften der Täter im Internet. Der Bundestagsabgeordnete Uhl verurteilt die Gewalt gegen Studentenverbindungen scharf: „Sollte sich herausstellen, dass es sich dabei um eine gezielte Kampagne der linken ‚Antifa‘ handelt, dann muss dagegen vorgegangen werden.“
(Quelle: http://www.akademikerverbaende.de/files/110128_pm_cda_gewalt_gegen_korporationen.pdf; Zugriff am 23.02.2011)

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Uni Greifswald: Nichtwahlempfehlungen aus der Schublade

Vor Kurzem waren in Köln Hochschulwahlen und der hiesige Campus.Grün konnte sich über einen immensen Stimmenzuwachs freuen. Ich habe mich seiner Zeit für eine Nichtwahl der Grünen-Hochschulgruppe ausgesprochen, da sie das herrschende linksorientierte Schubladendenken über das Verbindungswesen in Ihrem Wahlprogramm aufgenommen hatte, sich aber fachlich mit der Materie offenbar so gar nicht auseinander gesetzt hat.

In dieser Woche sind Hochschulwahlen an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Trotz wirklich guter Öffentlichkeitsarbeit der hiesigen Studierendenvertretung kandidieren dort gerade einmal 27 Kandidaten für die 25 Sitze im Studierendenparlament. Bei rund 12.000 Studenten ist diese Ausbeute nun wirklich kärglich.

Im lokalen Fleischervorstadt-Blog, der von Joachim Schmidt betrieben wird, findet sich u.a. eine Nichtwahlempfehlung gegen (frühere) Mitglieder von Studentenverbindungen. Namentlich geht es um zwei Personen: Alex Guillaume Schmidt und Christoph Böhm.

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