Willkommen Erstsemester! – Auf der Suche nach einer Studentenverbindung?

Liebe Erstsemester,

auf diesen Blog stößt man in aller Regel dann, wenn man irgendeinen Bezug zum Verbindungswesen hat. So gehe ich davon aus, dass Ihr entweder einen der Burschireader bekommen habt, der an manchen Hochschulen von den örtlichen AStAs verteilt wird, oder Ihr Euch einfach mit dem Gedanken tragt, evtl. einer Verbindung beizutreten.

Das Verbindungswesen in Deutschland ist in der Tat mit allerlei Vorurteilen belegt, welche – teils wortgleich – seit Jahrzehnten geschürt werden. So gelten Verbindungen im Allgemeinen als rechtsextrem, undemokratische  Saufvereine, frauen- und ausländerfeindlich etc pp. Der Wahrheitsgehalt solcherlei Behautptungen ist denkbar gering. Untermauert werden sie in der Regel mit vereinzelten, in sich geschlossenen Vorkommnissen der vergangenen zwei Jahrzehnte, die weder zeitgerecht sind, noch für das Verbindungswesen generell sprechen können.

In Deutschland gibt es rund 1.400 studentische Verbindungen, mit weit über 100.000 Alten Herren und Studierende. Die einzelnen Bünde, bzw. ihr Erscheinungsbild, wird vor allem über deren Mitglieder getragen. Bei sechsstelligen Mitgliederzahlen kann man nicht ernsthaft einen vorverurteilbaren Einheitsbrei erwarten. Jede Verbindung ist anders: die eine ist vielleicht etwas konservativer, der andere eher lockerer. Manche schlagen Mensuren, andere tun dies auf freiwilliger Basis oder lehnen sie gänzlich ab. Dann gibt es Verbindungen, die sehr religiös verwurzelt sind, anderen sind Politik und Religion vollkommen egal. Und selbst Damen haben mehr und mehr die Möglichkeit, sich im Verbindungswesen einzubringen, sei es in der wachsenden Zahl an Damenbünden, die derzeit bundesweit entstehen oder in Verbindungen, die sich auch für Frauen geöffnet haben und öffnen werden.

Ich glaube, dass es prinzipiell für jeden die richtige Verbindung geben kann, in der man sich wohl fühlt. Wenn man sich zumindest mit dem Gedanken an einen Verbindung anfreunden kann, dann empfehle ich persönlich, verschiedene Bünde und deren Kneipen unverbindlich zu besuchen. Insbesondere nach der Lektüre eines Burschireaders o.ä. wird man schnell feststellen, dass das „Erlebnis“ Studentenverbindung in eben diesen eigentlich nirgendwo auch nur annähernd beschrieben wird.

Und wenn man nach dem einen oder anderen Besuch vielleicht doch der Meinung ist, dass das Verbindungswesen nicht wirklich zu einem passt, dann ist das auch vollkommen in Ordnung. Ich würde mich allerdings freuen, wenn man den vielen, in aller Regel haltlosen, Hetzschriften von vorn herein nicht allzu viel Glauben schenken würde.

Ich wünsche ein gutes Gelingen im Studium und ggf viel Glück bei der Verbindungssuche!

Der Burschireader

Der Burschireader auf Twitter und das Toleranzprinzip

Gestern Abend war ich tatsächlich etwas erstaunt. Als ich mir gestern Abend die Besuchsstatistiken zu diesem Blog angesehen habe, durfte ich feststellen, dass diese gewaltig angezogen haben. Verwunderlich war das dahingehend, als dass ich gestern gar keinen Artikel veröffentlicht hatte und die Gründe für diese Besuchermehrung woanders liegen mussten.

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Offener Brief von „LukS“ an die FAU Erlangen-Nürnberg

Eine Gruppe, die sich Linke und kritische StudentInnen (LukS) nennt, fordert in einem offenen Brief den Rektor der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske) auf, auf Distanz zu den örtlichen Studentenverbindungen zu gehen. Bereits in der Einleitung der der Webseite „Offener Brief an die FAU Erlangen Nürnberg zu studentischen Verbindungen“ werden allerhand Problemstellungen hinsichtlich des Verbindungswesens angekündigt, die für eine solche Distanzierung sprechen würden.

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FelS Berlin: Von Propaganda-Vorwürfen und mangelndem Sprachgefühl

Der burschireader-Twitterfeed wurde von der Berliner Gruppe FelS geblockt. Die Gruppe schrieb ihrerseits bei Twitter:

Burschenschafts-Propaganda nervt – block @burschireader #Uni #Antifa
(Quelle: http://twitter.com/#!/FelSBerlin, Zugriff am 17.12.2010)

Im Grunde genommen wäre mir das egal, doch zeigt dies, welche Aussagekraft wenige Worte haben können – insbesondere dann, wenn sie in einem falschen Kontext gebraucht werden. Es ist erschreckend, mit welcher Leichtigkeit man Worte wie „Propaganda“ nutzt und damit einen völlig falschen Umstand versucht zu suggerieren. Ob dabei Absicht oder einfach nur mangelndes Sprachgefühl zugrunde liegen, sei dahingestellt.

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„Ein alter Hut“, Teil 1 – Ein neuer Burschireader der StuRas Dresden

Auf 72 Seiten und einer Auflage von 750 Stück beschreiben die StuRas der TU und der HTW Dresden das örtliche Verbindungswesen: Ein alter Hut – Kritik studentischer Verbindungen in Dresden. Der Burschi-Reader erstreckt sich auf zwei Teile: Eine allgemeine Darstellung des Verbindungswesens gefolgt von  einer detaillierten Betrachtung der einzelnen Bünde in Dresden. Ich muss gestehen, dass der Burschi-Reader selbst für den erfahrenen Verbindungsstudenten eines an Information bereit, allerdings nur dann, wenn man wirklich zwischen den Zeilen lesen kann.

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Das Studierendenparlament der TU Darmstadt und seine Resolution zur Auflösung des Verbindungswesens

Der Akademikertag 2010 im Rhein-Main-Gebiet ist zwar schon seit über einem Monat vorüber, doch zieht er immernoch Kreise. So nahm sich vergangene Woche das Studierendenparlament der TU Darmstadt dieser Veranstaltung an und hat eine Resolution zur Auflösung des Verbindungswesens verabschiedet.

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Vom gestörten Verhältnis der AStAs ggü. dem Verbindungswesen

Dieser Blog ist entstanden, nachdem ich angefangen habe, mich mit dem Verhältnis der Studierendenvertretungen bzw. AStAs mit den Studentenverbindungen auseinander zu setzen. Ein maßgeblicher Beleg für das gestörte Verhältnis der (i.d.R. politisch links dominierten) AStAs sind die zahlreichen sog. Burschireader,  die oft auch auf den Webseiten der AStAs zum Download bereit stehen.

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