Burschireader?

Scherenschnitt
Scherenschnitt

Ein Burschireader ist eine Publikation, die Studentenverbindungen zum Inhalt hat. In aller Regel werden diese von linksgerichteten studentischen Gremien oder Vereinigungen erstellt. Diese Burschireader sind kritisch gegenüber dem Verbindungswesen eingestellt.

Oftmals geht diese Kritik aber über das eigentliche Maß einer eben solchen hinaus. Statt dessen werden Verbindungen einfach falsch dargestellt und dadurch in Misskredit gebracht.

Besonders auffällig an diesen Burschireadern ist, dass die Autoren faktisch gesehen schlicht uninformiert sind und Behauptungen in den Raum geworfen werden, derer es jeglicher Grundlage entbehrt.

Natürlich bin ich selbst korporiert und mir liegt das Thema persönlich am Herzen. Nachdem ich bemerkt hatte, dass die Domain www.burschireader.de tatsächlich noch nicht vergeben war, kam mir die Idee für diesen Blog. So werde ich versuchen, in unregelmäßigen Abständen das Wesen der Studentenverbindungen etwas transparenter zu machen. So nehme ich mir vor, einzelne Themenaspekte und Vorurteile selbstkritisch aufzugreifen und zu beschreiben. Weiter möchte ich solche Burschireader-Publikationen vorstellen und auf deren Wahrheitsgehalt analysieren.

Sicherlich werde ich als Korporierter die eine oder andere Subjektivität einbringen müssen, versuche jedoch auch ein wenig Distanz zu wahren. Auch versuche ich mit der studentischen Terminologie etwas hinter dem Berg zu halten um es dem verbindunsgfremden Leser einfacher zu machen, die Texte inhaltlich zu verstehen. So mögen es mir meine Bundes- und Farbenbrüder und Farbenschwestern verzeihen, wenn die eine oder andere Zeile scheinbar vielleicht etwas laienhaft ausgedrückt wird.

Ich möchte auch nicht das Rad neu erfinden. Viele Zusammenhänge und Begebenheiten sind im Internet bereits hinreichend und gut dokumentiert. Ich werde so sicherlich an mancher Stelle auf die eine oder andere Erklärung im Web verlinken.

Ich möchte niemanden zum Verbindungswesen bekehren, schließlich kann und muss eine Studentenverbindung nicht jedermanns Sache sein. Ich selbst kann auch nicht mit jeder Art der Organisation etwas anfangen. Mir geht es vor allem um eine faire Berichterstattung und eine gebührliche Diskussion – diese findet leider in den herrschenden Burschireadern und deren Verbreitern zumeist nicht statt.

Ich hoffe, der förmlichen Dämonisierung des Verbindungswesens ein wenig entgegenwirken zu können, sie zu relativieren. Über das eine oder andere konstruktive (!) Feedback würde ich mich natürlich freuen!

Frank Kimmerle
(im Februar 2010)